BQN-Berlin

Mehr Vielfalt in der Berliner Justiz

Wie können wir Menschen mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte für nicht-richterliche Berufe in der Justiz gewinnen? Im Rahmen des Projektes „Mehr Vielfalt in der Berliner Justiz“ untersucht BQN Berlin dies im Auftrag der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung (SenJustVA) exemplarisch für den Bezirk Neukölln. Erste Ergebnisse präsentierte die Projektsteuerungsgruppe mit Gerhard Frenzel, Präsident des Amtsgerichts Neukölln und Ursula Neuhof von BQN Berlin und Projektleiterin, am 20. Juni 2019 Dr. Dirk Behrendt, Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Astrid Kipp, Leiterin der Abteilung 1 von SenJustVA, Dr. Andrea Diekmann, Vizepräsidentin des Kammergerichts sowie weiteren Vertreter*innen der Berliner Justizverwaltung.

Gemeinsam mit dem Kammergericht und dem Amtsgericht Neukölln entwickelt BQN Berlin seit Dezember 2018 dezentrale Akquiseansätze im Bezirk Neukölln für junge Menschen mit (familiärer) Einwanderungsgeschichte. Der Aufbau von Kooperationen mit Multiplikator*innen, ist ein zentraler Schwerpunkt. Für Justizsenator Dr. Dirk Behrendt ist die interkulturelle Öffnung eine wichtige Aufgabe der Justizverwaltung und er betonte bei dem Treffen die Notwendigkeit, das filigrane Netz an Kooperationen mit Migrant*innenorganisationen in Neukölln weiter auszubauen und zu festigen.

Bislang haben mehrere Austausch- und Fokusrunden stattgefunden zum Beispiel mit dem Deutsch-Arabischem Zentrum (DAZ), dem Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg (TBB), der Jugendberufsagentur Berlin, den Stadtteilmüttern und Neuköllner Sekundarschulen. Im Fokus standen dabei die Erfahrungen der Zielgruppe mit der Justiz und geeignete Wege, Menschen mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte zu erreichen bzw. anzusprechen. Neben dem Aufbau von Kooperationen werden im Recruiting- und Einstellungsprozess der Berliner Justiz mögliche Zugangshürden identifiziert und Maßnahmen eingeleitet, um diese abzubauen. Dazu zählt ein Qualifizierungsangebot zur vielfaltsgerechten Ausrichtung des Ausbildungsrecruitings und der Einstellungsprozesse.

Die Anwesenden waren von den bisherigen sehr konkreten Projektergebnissen beeindruckt und halten es für vorstellbar, das Modellprojekt als Teil eines Öffnungsprozesses in den nächsten zwei Jahren weiterzuführen. Handlungsfelder sind u.a. der Aufbau einer internen Praktikums-Datenbank, eine vielfaltsorientierte Datenerfassung und Akquisestrategie, Schulungen zu diversitysensiblen Recruiting- und Auswahlverfahren sowie ein Transfer in andere Amtsgerichte in Berlin.

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