BQN-Berlin

Stadtteilmütter treffen auf Rechthaber*innen

Im Projekt „Mehr Vielfalt in der Berliner Justiz“ ist der Name Programm. Deshalb trafen am 19. September 2019 die Neuköllner Stadtteilmütter auf Auszubildende und Ausbilder*innen des Amtsgericht Neukölln und des Berliner Kammergerichtes. Auf einem Info-Parcours in der Galerie des Campus Rütli erhielten die 57 Multiplikatorinnen, die Neuköllner Familien in Fragen rund um die Gesundheit und Bildung begleiten, Einblicke in die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer Ausbildung in der Berliner Justiz.

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung herrschte ein reger Austausch unter den Teilnehmerinnen an den fünf aufgebauten Stationen. Das Interesse an Berufen wie Rechtspfleger*in oder Justizsekretär*in war groß. Los ging es bei Susanne Kunnix, Mitarbeiterin des Referats Aus- und Fortbildung am Berliner Kammergericht , die mit Alltagsgeschichten an Justizbegriffe heranführte. Die Teilnehmerinnen unterstützten sich gegenseitig, um Begriffe wie „Nachlass“ oder „Grundbuch“ zu verstehen.

Station 2 simulierte eine Einlasskontrolle am Gericht. Die Frauen suchten gefährliche Gegenstände in einem Rucksack und erfuhren währenddessen etwas über die Ausbildung zur*m Justizhauptwachtmeister*in. Bei der nächsten Station wurde ein Posteingang aufgebaut. Die Zuordnung von Schriftstücken in Akten ist eine der Hauptaufgaben der*s Justizsekretär*in. Die Stadtteilmütter lernten erst, wie ein Aktenzeichen aufgebaut ist und durften dieses danach auf Schriftstücken suchen und zuordnen. „Kommt hin und wieder mal eine Akte weg?“ wollte eine Teilnehmerin wissen. Die Mitarbeiterin des Kammergerichts lacht und antwortet souverän: „Dass man Akten sucht, kommt schon mal vor.“ Währenddessen steckt eine andere Gruppe bei einem Quiz die Köpfe zusammen und erklärte sich gegenseitig, was man unter „körperlicher Unversehrtheit“ versteht. Vielen sieht man an, dass sie zum ersten Mal  ein Gesetzbuch in der Hand halten und darin blättern. Alexandra Uhlemann, Aus- und Fortbildungsbeauftragte des Amtsgerichtes Neukölln nutzt die Chance, um in das Gespräch einzusteigen und über die Berufe aufzuklären. Bei der letzten Station stellten sich vier Auszubildende zunächst vor und dann den interessierten Fragen der Stadtteilmütter. „Muss ich groß sein, um Justizhauptwachtmeisterin zu werden?“ „Wie sind Ihre Arbeitszeiten?“ „Was verdient man als Justizsekretärin?“.

Die Neuköllner Stadtteilmütter waren begeistert von dem Format der Veranstaltung. Auch wenn in der Kürze der Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden konnten, haben sie vieles erfahren, was sie bisher noch nicht wussten. Auf die Frage, ob sie eine Ausbildung in der Justiz weiterempfehlen würden, antworteten alle mit einem deutlichen „Ja“. Eine Chance die Arbeit des Gerichtes direkt vor Ort zu erleben, gibt es bereits am 27. November 2019 zum Tag der offenen Tür am Amtsgericht Neukölln.

Das Projekt „Mehr Vielfalt in der Berliner Justiz“ wird in Kooperation mit dem Amtsgericht Neukölln und dem Kammergericht Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung durchgeführt und dient dazu, Menschen mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte für nicht-richterliche Berufe in der Justiz zu gewinnen. Dankenswerterweise hat das Bezirksamt Neukölln für die Begegnung mit den Stadtteilmüttern die Räumlichkeiten auf dem Campus Rütli zur Verfügung gestellt.

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