BQN-Berlin | Berufliches Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten

Konsortialvereinbarungen für mehr Vielfalt in der Ausbildung

Unter dem Motto „Die Nächsten, bitte! Wen braucht Berlin?“ fand am 24. Mai 2019 das 10. Konsortialtreffen von Berlin braucht dich! statt. Rund 130 Partner*innen aus Schulen, Betrieben, Behörden und Politik kamen im imposanten Bärensaal des Alten Stadthauses zusammen. In interaktiven Workshops erörterten sie unter anderem, wie das Pilotvorhaben „Erprobung neuer Zugänge in die Ausbildung“ ins Regelsystem überführt werden kann. Besonderer Höhepunkt war die gemeinsame Unterzeichnung der Konsortialvereinbarungen.

Neben Daniel Tietze, Staatssekretär für Integration und Sportstaatssekretär Alexander Dzembritzki, unterzeichnete die für Berlin braucht dich! zuständige neue Berliner Integrationsbeauftragte, Katarina Niewiedzial. Stellvertretend für die 19 beteiligten Betriebe mit Landesbeteiligung und 15 Schulen unterzeichneten Ines Fiedler, Vorständin des IT Dienstleistungszentrums Berlin und Lutz Fournell, Leiter der Hemingway-Schule.

Senatorin Breitenbach ließ ausrichten: „Wir müssen in der Verwaltung die Vielfalt stärken und damit auch auf Jugendliche zugehen, die bisher in der Ausbildung viel zu wenig vertreten waren. Diese jungen Menschen brauchen mehr Unterstützung, deshalb erproben wir gemeinsam neue Wege. Ich freue mich, dass wir jetzt gemeinsam hier einen Schritt für den Öffentlichen Dienst vorankommen.“

Senator Geisel musste sich terminbedingt vertreten lassen, schickte jedoch eine Botschaft an das Konsortium: „Ein moderner öffentlicher Dienst muss die Vielfalt unserer Gesellschaft abbilden. Berlin als tolerante und weltoffene Stadt wird bei der Einstellung und Ausbildung junger Menschen mit gutem Vorbild vorangehen. Die Berlin braucht dich! Vereinbarung hilft uns, diesen Weg konsequent zu verfolgen.“  Mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport schließt sich die erste Behörde der „Erprobung neuer Zugänge in die Ausbildung“ an. Andere Berliner Verwaltungsbetriebe und -behörden sollen folgen, unter anderem die Feuerwehr.

In den Vereinbarungen werden konkrete Schritte und Maßnahmen definiert, damit Jugendliche mit Migrationshintergrund besser in der Ausbildung der Partnerbetriebe und –behörden ankommen und  diese erfolgreich absolvieren. Beispielsweise werden Praktika als Sprungbrett in die Ausbildung aufgewertet, vielfaltsorientiertes Vorgehen im Einstellungsprozess gestärkt und Barrieren in den Auswahlverfahren abgebaut – wozu auch Diskriminierung und Vorurteile zählen. An den Partnerschulen, die im Durchschnitt einen Anteil von Jugendlichen aus Familien mit Einwanderungsgeschichte von über 80 Prozent aufweisen, wird die Etablierung der Berufsorientierung mit Fokus duale Ausbildung  ein verbindlicher Bestandteil des Curriculums.